10 Jahre "Tiere als therap. Begleiter e.V."
Einige der Jugendlichen haben mit eigenen Worten ausgedrückt, wie sie die Erlebnisse rund um den Projekttag empfunden haben. Sie gestatten uns damit einen Blick in ihre Seelen. Wir deuten dies wie das Inhaltliche der Beiträge als Erfolg unserer Zielsetzung.
Kemal schreibt:
Als wir in die Schule kamen, hatten wir Schüler alle keinen Bock auf das Projekt. Als wir jedoch
den Klassenraum betraten, war das ganz anders. Die Klasse sah aus wie ein kleiner Saal. Es gab
keine Tische und die Stühle standen kreisförmig im Raum. Außer den Lehrerinnen und Lehrern waren
an diesem Vormittag noch eine Tierärztin, eine Fotografin und zwei Labradore im Raum, später kamen
noch zwei Tierarzthelferinnen dazu. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde erzählte die Tierärztin
uns viele interessante Sachen über Tiere und zeigte uns Bilder dazu. Später teilten wir uns in
zwei Kleingruppen auf. Abwechselnd gingen wir dann in verschiedene Klassenräume, wo jeweils
verschiedene Tiere waren. Es gab zum Beispiel: Kleine Katzen, Kaninchen, Mäuse, Eidechsen,
Schildkröten und Hunde. Wir durften sie streicheln und beobachten. Mit den Hunden haben wir einen
Spaziergang durch den Wald gemacht.
Als wir zurückgekommen sind ging es zum Reitstall. Dort war ein Ausflug mit den Pferden
vorbereitet. Manuel durfte eines der Pferde an einer Leine zur Koppel führen. Die Jungs haben dann
angefangen die Pferde zu füttern. Ich hatte Angst vor den Pferden, sie kamen mir so groß vor. Ich
hatte in mir noch keine Liebe und Zärtlichkeit zu den Tieren entdeckt. Es war hart für mich
Gefühle für ein Pferd zu zeigen. Es hat lange gedauert, bis auch ich Vertrauen für diese Tiere
gezeigt habe. Nachdem ich eine Karotte bekam, habe ich es noch mal versucht, das Pferd zu füttern
und dann ist es mir auch gelungen. Obwohl es für mich viel Stress war, hat sich der Versuch mit
der Karotte doch gelohnt!
Manuel fasst seine Gedanken wie folgt zusammen:
Die Liebe zu den Tieren.
Man muss eine bestimmte Beziehung zu den Tieren haben.
Man muss sie so lieben, wie die Tiere die Menschen lieben.
Es ist schon eine lange sehr lange Zeit her, als die Tiere die Erde bevölkerten.
Irgendwann kam der Mensch auf die Welt.
Also musste man irgendwie mit einander klar kommen.
Das klappte auch, die Menschen brauchten die Tiere, um was zu essen zu bekommen.
Die Tiere nahmen auch Menschen zum Essen.
Heutzutage ist es soweit gekommen, dass die Menschen Haustiere haben.
Wir durften am 04.10.2001 Tiere in der Schule kennen lernen. Es waren unter anderem Hunde,
Katzen, Hasen, Schildkröten, Eidechsen u.s.w.
Die Lehrer hatten sich das ausgedacht.
Mit den Tieren in der Schule, es war einfach nur eine geile Idee von den Lehrern.
Die Tiere haben uns Ruhe gegeben. Ich war an dem Tag richtig in die Tiere verliebt.
Sie haben mir soooo viel bedeutet.
Die Tiere waren richtig verspielt.
Wir hatten an dem Tag richtig viel Spaß.
Wir haben die Liebe zu den Tieren entdecken können.
Tiere sind sehr gesellig, sie bringen Ruhe in die Klasse. Wir haben eine Lehrerin, die manchmal
ihren Hund "Selma" mit in die Schule nimmt. Und wenn der Hund in der Klasse ist, ist es
sehr leise, weil man Rücksicht auf den Hund nimmt. Selma ist in unser Herz gewachsen.
Jetzt kommt mein Schlusswort, das man sich merken sollte es geht um die Liebe:
DIE LIEBE IST EIN GLAS, DAS ZERBRICHT WENN MAN ES UNSICHER ODER ZU FEST ANFASST.
Christoph schreibt über seine Angst:
ANGST
Wie ist das, wenn du Angst hast?
Ich rede von Gewissen und dadurch wurde ich angstvoll,
man weiß heute nicht mehr wo man hin soll.
Leute gehen durch die Straßen auf die man sieht,
wenn ein Schwarzer auf dem Boden liegt.
Keiner kennt mehr Freundschaft.
Es wird Tag für Tag zaghaft.
Langsam muss jeder mal seine Angst überwinden.
Man kann nicht immer nach hinten sich wenden,
es muss weiter nach vorne gehen.
Nicht schlafen, heißt die Devise, sondern sich aufraffen - aufrecht gehen!
Ich sehe es schon kommen, die Welt wird nicht mehr schlau.
Alles im Leben von jedem wird nach und nach grau.
Ich werde aus dieser Welt nicht mehr schlau.
Es muss doch mal Farbe geben; wie blau, grün oder rot.
Doch so was gibt es nicht, noch nicht...
Es ist auch keine Pflicht.
Es ist alles verletzlich, aber reichlich -
und künftig es geht alles kaputt.
Doch andere sagen, es sei alles nur Sucht.
Jeder braucht Zärtlichkeit und Geselligkeit,
aber was bleibt ist Unsicherheit
Man hat Respekt, einige wählen die Gewalt.
Aber wenn du sie spürst, deine Angst, dann sag, dass du sie hast.
Es tut nicht weh, das sag ich zu allen und das sehen sie.
Pietro war begeistert von den Echsen:
DIE EIDECHSE AUF MEINER HAND
Die Eidechse auf meinen Händen, in meinen Armen,
das war ein Gefühl von Angst und Aufregung zugleich.
Ein Gefühl von Wärme und Kälte, Zärtlichkeit und alles drum und dran -
wie soll ich sagen, einfach ein unbeschreibliches Gefühl.
Aber es war schön!
Es war ein Gefühl von Interesse und Staunen.
Eine Begegnung mit einem eher seltenen Tier
ist ein Gefühl, dass man nicht so schnell vergisst.
Ein Gefühl von Zärtlichkeit.
Ich kann es nicht beschreiben.
Das Tier abzugeben, fiel mir schwer,
das war wie ein Freund für mich,
eine schnelle Freundschaft,
so etwas wie Liebe auf den ersten Blick.
Dennis läßt seiner Phantasie freien Lauf:
MEINE ERLEBNISSE IN DER SCHULE
Hallo ich bin die Echse, die am 14. Mai 2002 in der Berufsschule Halfeshof war.
Der Tag war eigentlich ganz gut. Aber nicht nur ich war da, sondern auch, Hunde, Katzen, Hasen,
Meerschweinchen, Ratten, Mäuse, Schildkröten und andere Echsen.
Am Anfang hatte ich ein böses Muffensausen, aber dann ging es. Nicht nur ich hatte am Anfang Angst
auch viele andere von den Tieren. Womit wir allerdings nicht gerechnet hatten war, dass einige
Menschen auch Angst vor uns hatten, doch die meisten haben ihre Angst überwinden können.
Ebenfalls aus Sicht der Echse schreibt David:
Ich bin eine Bartagame, eine Echse. Ich fühle mich auf Davids Schulter wohl. Von hier oben habe
ich eine prima Aussicht. Als David mich aus dem Terrarium raus geholt hat, hatte ich erst Angst
und wollte weg; aber dann hat er mich vorsichtig genommen und ich bin geblieben. Erst hat er
mich vorsichtig gestreichelt, dann hat er mich auf den Boden gesetzt. Hier durfte ich ein
bisschen laufen und meine Artgenossen auch. Dann hat er mich wieder hochgenommen und wir haben
noch einige Fotos mit mir und seinen Freunden für die Zeitung gemacht.
Später sind alle rausgegangen zu den anderen Tieren, zu den Katzen, Hunden, Meerschweinchen,
Mäusen, Ratten und Kaninchen. Danach haben sie eine Pause gemacht und sind dann zu den Pferden
gegangen.
Ich fand das Erlebnis toll; als sie wieder zurück kommen, durften alle noch mal zu ihren
Lieblingstieren. David kam zurück zu mir. Einige hatten Probleme, mich festzuhalten, weil sie
es nicht gewohnt waren, eine Echse auf dem Arm zu haben. Unsere Lehrerin hat ihre Angst
überwinden können und mich auf den Arm genommen.
Dann wurden Klassenfotos gemacht, mit den Hunden aber ohne uns Echsen. Dann nach drei Stunden
sind alle gegangen. Es war ein sehr erlebnisvoller Tag für mich, aber bestimmt auch für die
anderen Tiere.
Am besten hat mir gefallen, als wir Fotos mit mir, dem Chinchilla und den anderen Echsen gemacht
haben.
David war ein vertrauensvoller Mensch. Ich konnte von seiner Hand bis zur Schulter hochklettern.
Sein Freund Matthias war auch cool. Als wir uns dem Ende des Vormittags näherten, haben sich
noch mal alle verabschiedet und ein schöner Tag ging zu Ende. Dann sind wir wieder nach Hause
gefahren.
Hoffentlich gehen wir nächstes Jahr wieder zur Schule. Ich freue mich schon darauf.