10 Jahre "Tiere als therap. Begleiter e.V."
Am 19. Mai 2003 besuchten wir erneut das "Rheinische Jugendheim Halfeshof".
Auch diesmal waren wieder Reptilien, junge Katzen, das weiße Frettchen "Schneewittchen" und - der Kleinste von allen sollte der "Star" der Veranstaltung werden - unsere Maus mit von der Partie.
Auch diesmal waren wir pünktlich gegen 7.30 Uhr mit unserem Bus vor Ort im Halfeshof bei Solingen.
Die Jugendlichen wussten, dass wir heute kommen würden und die meisten hatten unseren Projekttag noch nie miterlebt. Die Spannung wuchs aber nicht zuletzt auch deshalb, weil ein Kamerateam des WDR den heutigen Projekttag begleiten sollte. Aufregung pur.
Wie immer begann der Tag mit der Vorstellung und ein bisschen Theorie zu den Tieren. Während
die Labradore schon wieder auf der Suche nach netten, kraulwilligen Freunden durch die Klasse
spazierten, suchte sich jedes Kind eine der vielen Postkarten aus, auf denen sein Lieblingstier
zu sehen war. Anschließend sprach Frau Dr. Reinartz die Jugendlichen der Reihe nach an und es wurde
über die jeweiligen Tiere gesprochen.
Bei einigen Schülern zeigt sich deutliches Desinteresse bzw. Skepsis.

Als eine besonders "harte Nuss" sollte sich Monika (Name von der Redaktion geändert ) erweisen - das Mädchen mit dem blau-weißen Annorak.

Sie lehnte zunächst jegliche Beteiligung kategorisch ab - was ihr Gesichtsausdruck mehr als deutlich werden ließ - und konnte nur durch ruhige aber stetige Animation ins Geschehen eingebunden werden.
Nach den Tierkarten gingen einige Exponate durch die Reihen, u.a. ein Hundekiefer und die Rassel einer Klapperschlange. Wann hatte man so etwas schon mal in der Hand gehabt...

Und zwischendurch sorgten die Hunde in ihrer unnachahmlichen Weise für die nötige Kontaktbrücke.

Zwischen den ca. 20-minütigen Arbeitsphasen lagen jeweils kurze Pausen, in denen die einzelnen Schülergruppen z.B: von den Reptilien zu den Kätzchen wechselten. Hier ergab sich dann auch die Gelegenheit für Interviews - z.B. mit Frau Silke Mollner-Suhr (rechts).

Wer noch nie ein Kaninchen in der Hand hatte, der weiss zunächst gar nicht, was er mit dem kleinen Wesen anfangen soll.

Doch dann stellt man fest, dass das kleine Kerlchen ja genauso unsicher ist wie man selbst. Und da man selbst ja viel grösser ist als das kleine Kaninchen, sollte man es wohl beschützen.

Herzklopfen - Wärme - Geborgenheit - sich gegenseitig etwas geben - Liebe.

Auch Monika konnten wir ins Geschehen einbinden. Ein erster deutlicher wenn auch vorsichtiger Kontakt über das Tier zum Menschen kam mit dem Kaninchen zustande.

Wir versuchten, den Kontakt mit anderen Tieren zu vertiefen, zum Beispiel mit dem Meerschweinchen.

Und dies gelang auch. Frau Mollner-Suhr, die Monika im täglichen Unterricht erlebt, deutete an, dass dieses Verhalten bereits ein deutlich sichtbarer Erfolg sei. Doch Monika hielt noch eine wunderbare Überraschung (für sich selbst und uns) bereit.
Denn eigentlich war sie an Kaninchen und Meerschweinchen ja gar nicht mehr so interessiert. Da war doch noch ein anderes Tier....

Und der "Star", um den es Monika nun ging, war eigentlich das kleinste der von uns mitgebrachten Tiere....

Unsere Maus hatte es Monika besonders angetan. Der Annorak, den Monika wie einen schützenden Panzer trug und nicht ausziehen wollte, war plötzlich gar nicht mehr so wichtig. Monika wollte die Maus - und dazu musste sie den Annorak ausziehen, damit sie in den Käfig langen konnte. Und das tat sie auch.

Als es nicht gleich gelang, die Maus aus dem Käfig zu nehmen, half Frau Dr. Heckhausen-Reinartz ein wenig nach und dann konnte Monika "ihre Maus" das erste mal in Händen halten. Den Annorak hatte sie aber schnell wieder angezogen...

War es das Kitzeln der kleinen Mäusefüße auf der Haut, die lustigen Kommentare der Betreuer oder die Erfüllung eines innigen Wunsches, das ein erstes Lächeln auf die Züge von Monika zauberte?

Jetzt wurde spekuliert, was die Maus wohl nun empfinde und vorhabe. Monika beteiligte sich zunächst verhalten an diesen Spekulationen, die ihr aber sichtbar Vergnügen machten.

Und nun diente der Annorak unserer Maus als schützendes Gefäß. Monika wurde klar, dass sie die Maus beschützte - eine für sie wohl völlig neue und stimulierende Erfahrung.

"Manfred Maus" seinerseits fand es wohl "echt cool" in der warmen, großen
"Höhle" und turnte vergnügt unter dem Annorak über Monikas Rücken.
Monika verlieh Ihrer Begeisterung dann nicht nur verbal Ausdruck - und das war das
schönste "Dankeschön", das Monika uns machen konnte....
