Tiere als therapeutische Begleiter e.V.



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Klippe 2006


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Presse

Aktuelles aus dem Jahr 2005

... aus Aachen

Wenn Hunde zu Therapeuten werden

Projektwoche in der Rheinischen Schule


von unserer Mitarbeiterin Jule Klieser

Aachen. Erwartungsvoll sitzen zwölf Kinder der Rheinischen Schule für Hörgeschädigte in ihrer Klasse. Eine Hundeschar wird he­reingebracht. Retriever, Pudel, Terrier, Labrador sind zuerst ein­mal damit beschäftigt, einander zu begrüßen mit Beschnuppern, Bellen, Schwanzwedeln. Die Kin­der lachen. Herrchen und Frau­chen, die mit dem Verein "Tiere als therapeutische Begleiter" in die Schule gekommen sind, bringen die Hunde schnell zur Ruhe.

Ruhig und artig

Ruhig und artig bleiben die Vierbeiner auch in den zwei Stunden in denen sich die unterschiedlich behinderten Kinder mit ihnen beschäftigen dürfen. Zuerst werden die Schüler aus dem Zimmer geschickt. Eine Pudelhalterin setzt sich mit ihrem Hund unter ein großes blaues Tuch. Die Kinder sollen ertasten, welches Tier es ist. Die Sache endet wieder mit Gelächter. Denn der Pudel als lebhaftester der tierischen Truppe springt schwanzwedelnd wieder unter dem Tuch hervor. Retriever und Labradore zeigen ein wesentlich gelasseneres Temperament.

Eine Kontaktbrücke

- Der Verein "Tiere als therapeutische Begleiter" mit Sitz in Jülich sieht seine Aufgabe darin, Tiere therapeutisch als Kontaktbrücke einzusetzen.
Und zwar dort, wo aus unterschied- lichen Gründen bei Kindern und Jugendlichen Störungen vorliegen.

- "Tiere bewerten nicht und können so die Türen öffnen zum Dialog", erläutert die Tierärztin und Vereinsvorsitzende Josefine Reinartz.
- Der Verein hat derzeit 50 Mitglieder. Infos über Telefon 02461-2178. Im Internet: www.4pfotentherapie.de

"Alle Tiere sind gut erzogen, sehr kinderfreundlich und friedlich", erläutert Josefine Reinartz, Vorsitzende des Vereins.

Nun geht es noch näher an den Hund, einzeln krabbeln die Kinder unter das blaue Tuch. Dort hat sich Labrador-Hündin Mara gemütlich hingelegt. Jedes Kind befühlt und streichelt sie. Das Tuch wird gelüftet. Mara atmet durch und schlägt mit dem Schwanz auf den Boden, froh, wieder mehr Luft zu haben. Treuherzig blickt sie in die Runde und legt den Kopf auf ihre Pfoten.

Ebenso geduldig platziert sich ein anderer Hund auf ein großes Papier auf dem Boden. Die Kinder dürfen seine Umrisse zeichnen. Sie sind begeistert, gleichzeitig aber auch aufmerksam und vorsichtig. "Einige Kinder in der Gruppe sind schwierig. Sie sind unruhig , sie können sich nicht konzentrieren, sie finden nur schwer Kontakt", berichtet Lehrerin Christiane Crewett-Bauser. Doch im Umgang mit den Tieren sind sie aufmerksam, zärtlich, konzentriert.

An anderen Tagen der Projektwochen wurden Nagetiere und sogar Echsen in die Klasse gebracht. Ein Junge hatte so große Angst vor allen Tieren, dass er sogar aus dem Klassenraum flüchten wollte. Aber nun ist er vertraut mit ihnen geworden. Auch die Labrador-Hündin Mara streichelt er. Jetzt ist er stolz, dass er seine Angst überwunden hat.

Positive Wirkungen

"Sowohl für introvertierte als auch sehr unruhige Kinder hat der Umgang mit Tieren positive Wirkungen", sagt Lehrerin Crewett-Bauser. Das Selbstwertgefühl der Kinder werde gestärkt. Oft würden die gehörlosen oder schwerhörigen Kinder von ihrer Umwelt nicht gut verstanden. Kommunikation sei nur erschwert möglich. Mit Tieren aber könnten sie Freundschaft schließen. "Ein Tier zu Hause zu haben, wäre für alle

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Bei einem solchen knuddeligen Vierbeiner sind Berührungsängste flott verflogen.
Foto: Andreas Herrmann

diese Kinder sehr hilfreich", meint die Lehrerin. In der Schule werden in den kommenden Wochen alle Themen der Projektwoche "Tiere und Kunst" im Unterricht aufbereitet, damit die Erlebnisse für die Kinder nicht verloren gehen. Möglicherweise wird die Schule ab nächstem Schuljahr mit dem Verein zusammenarbeiten.

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... aus Ederen

Pferde als "Therapeuten" wärmen nicht nur die Hände

Verein unterrichtet einmal im Monat Schirmerschüler aus Jülich. "Kinder sind wie ausgewechselt." Hilfe von Sponsoren.


Jülich/Ederen. Weich und warm verbirgt Dominic seine Hände unter der Mähne von "Flaumur", den er liebevoll "Plümmel" nennt. Ganz entspannt legt er seinen Kopf an den Isländer. Es ist Projekttag der Schirmerschüler auf einem Pferdehof. Einmal im Monat holen Mitglieder des Jülicher Vereins "Tiere als Therapeutische Begleiter" Schüler der siebten und achten Klasse ab und fahren mit ihnen nach Ederen.

Meist tummeln sich rund ein Dutzend 9- bis 11-Jährige auf der Wiese mit den Pferden. Natürlich nicht, ohne sie vorher ordentlich versorgt zu haben. Mit Striegel und Kardätsche, Mähnenkamm und Hufkratzer rücken sie dem Fuchs "Drengur" pflegerisch zu Leibe. Die Tiere genießen es spürbar. Vertraut ist der Umgang der Vier- und Zweibeiner miteinander, bei einigen sogar schon freundschaftlich. Voll des Lobes ist Sonderschullehrerin Heidi Liebisch: "Die Kinder sind wie ausgewechselt. Dominic zum Beispiel ist sonst eher ängstlich und zu­rückhaltend."
Davon ist jetzt gar nichts zu spüren. "Ich wollte schon immer mal

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Dominic kuschelt mit "Flaumur" -- auf dem Pferdehof beim Verein "Tiere als therapeutische Begleiter."   Foto: Schenk

reiten", gibt er im Brustton der Überzeugung Auskunft. Das Kopfschütteln der Lehrerin im Hintergrund verrät ihn aber. Offenbar sind diese Anfangsschwierigkeiten längst überwunden. Zielsicher greifen die Hände nach den Führstricken und weisen "Brynjar" den Weg.

Ideale Kontaktbrücke
Christa Sprey und Gabriele Stobbe vom Verein begleiten die Schirmerschüler, die teils eingeschränkt in ihrer Lernfähigkeit, teils in ihrer sozialen-emotionalen Entwicklung sind. Die Kommunikation fällt den Jugendlichen nicht immer leicht. Das gilt für das Miteinander der Schüler ebenso wie für den Austausch mit "Dritten". Hier setzt der Verein "Tiere als therapeutische Begeleiter" an. Die Tiere, in dem Fall die Pferde, bilden eine ideale Kontaktbrücke zum und zwischen den Menschen. Der Vorteil: Es hat vordergründig nichts mit "Erziehung" oder "Unterricht" zu tun. Heidi Liebisch: "Die Kinder merken nicht, was dieser Umgang mit ihnen macht, wie er sie verändert."

Vor anderthalb Jahren startete der Verein "Tiere als terapeutische Begleiter" mit einem Projekttag seine Arbeit an der Schirrmerschule. Vorsitzende Dr. Josefine Heckhausen-Reinartz hatte im September 2003 den Kontakt hergestellt. Der Erfolg war so groß, dass sich die Partner entschlossen, eine längerfristige Verbindung einzugehen; den monatlichen Ausnahmeunterricht am Pferd.
Das ist gar nicht so einfach, denn nicht nur der private Transport der Schüler auf den Pferdehof ist zu organisieren, es ist ja auch eine Frage der Sicherheit.
Hier sprangen für die Kinder die Jülicher Zuckerfabrik und Reitsport Goertz ein. Sie spendierten die kostspieligen Helme der zwölfköpfigen Besetzung und Voltigiergurte. Sichtlich genießen es Olga, Alina, Kevin und Senim. Auch wenn es heute zum Fingerabfrieren kalt ist. Dann aber kommt wieder die Mähne von "Plümmel" ins Spiel und die ist besser, als jeder Handschuh. (tee)

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... aus Broich

Auf Du und Du mit Hund, Katz und Co.

Tiere als therapeutische Begleiter bei Kindern.

Jülich/Broich. "Eine Begegnung mit einem Tier ist ein Gefühl, dass man nicht so schnell vergisst." "Es war ein Gefühl von Interesse und Staunen." So oder ähnlich, waren die Reaktionen der Broicher Kita-Kinder, als zwei Vormittage lang der Verein "Tiere als therapeutische Begleiter" die integrative Kindertagesstätte Purzelbaum besuchte. Inmitten von Hunden, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen und Reptilien fühlten sich die Kinder sichtlich wohl, streichelten, schmusten und fütterten die Vierbeiner. Kindgerecht wurde zunächst eine theoretische Einführung geboten - etwa Informationen über den Lebensraum der Tiere, richtige Haltung oder Futter. Vor allem aber war der Körperkontakt mit den einzelnen Tieren entscheidend. Die Tiere hatten eine beruhigende Wirkung auf alle Kinder, und viele wirkten "wie ausgewechselt". Die Kinder machten wichtige Erfahrungen im Umgang mit den Tieren. Trotz der unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten konnten alle Kinder Erfolge ohne Enttäuschung erleben. Schnell ließen sie sich auf die Tiere ein, sie erlebten klare Regeln bezüglich der Lebensgewohnheiten der Tiere und bauten Ängste, Unsicherheiten und Blockaden ab. Sie gewannen Selbstvertrauen. Durch die Tiere wurden die Probleme untereinander ganz nebensächlich.
Der krönende Abschluss war ein gemeinsamer Spaziergang mit den

Hunden. Stolz führten die Kinder die Hunde an der Leine und übernahmen gemeinsam mit den Tieren kleine Geschicklichkeitsübungen. Nach einem so aufregenden und schönen Vormittag flossen bei dem ein oder anderen zum Abschied sogar ein paar Tränen. Die Tiere wieder abzugeben fiel allen schwer: "Sie waren wie ein Freund für uns, so etwas wie Liebe auf den ersten Blick!"


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Keine Angst vor kleinen Tieren be­weist hier Denis Gora, auch wenn die Echse sicherlich kein normales Haustier ist.

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N E W S

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Ende August 2012 neuer Kurs Basisaus­bil­dung The­ra­pie­be­glei­thund-Team, bitte rechtzeitig anmelden.

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