Frei laufende Tiere im Klassenzimmer: Der Verein "Tiere als therapeutische Begleiter" war gestern zu Gast in der 5 b
der Baesweiler Lessingschule. Neben vielen Informationen gab es für die Kinder ungewöhnliche neue Erfahrungen.
Von unserer Mitarbeiterin Dagmar Meyer
Baesweiler. Ein ungewohnter Geruch zog gestern durch die Flure der Lessingschule in
Setterich: Denn im Unterricht der Klasse 5 b ging's im wahrsten Sinne des Wortes tierisch zu. Der Verein "Tiere
als therapeutische Begleiter" besuchte die Mädchen und Jungen um Klassenlehrerin Kathrin Schovenberg mit Hunden,
Nagetieren und Reptilien. Bei dem Besuch ging es nicht darum, einen Streichelzoo zu organisieren, sondern er diente einem
sozialpädagogischen Zweck. Denn Tiere dienen als Kontaktbrücke - vor allem zu verhaltensauffälligen Jugendlichen.
Bereits in den ersten Stunden hatte sich die Vorsitzende des Vereins, Dr. Josefine Heckhausen-Reinartz, mit der
Labradorhündin Maja und dem gerade 14 Wochen alten Welpen Lola eingefunden. Die Tiere liefen frei umher und freuten sich
über die vielen neuen Menschen. Die Schüler nahmen sogleich intensiven Kontakt mit den Hunden auf - vor allem mit dem
Hundebaby, das von Schoß zu Schoß gereicht wurde. Einige konnten sich gar nicht trennen und zögerten die Weitergabe
heraus. Paul und Beatrice setzten sich zur schwarzen Labradorhündin auf den Boden und streichelten sie intensiv. Maja
ließ sich gerne kraulen.
Heckhausen-Reinartz gab eine theoretische Einführung zu den einzelnen Tieren. Dazu wurden Tierkarten auf dem Boden
ausgebreitet und verschiedene Overheadfolien aufgelegt. Sie erzählte den Kindern etwas zur Entwicklungsgeschichte der
Lebensweise, den Lebensräumen und den Bedürfnissen der einzelnen Tiere. Immer wieder bezog sie dabei die Fünftklässler in
den Dialog ein. Mädels wie Jungs antworteten interessiert auf ihre Fragen, löcherten die Frau vom Fach selbst mit Fragen
und erzählten Erlebnisse aus ihrer eigenen Erfahrung mit Tieren. Im Raum herrschte eine lockere und entspannte
Atmosphäre. Unter anderem wurden dabei ein Wolfs-, ein Hunde- und ein Katzenschädel herum gereicht. Selin, Susanna,
Sascha und Co. musterten gründlich die Exemplare.
Streichel-Echsen
Dann machte eine weiße Ratte die Runde. Tobias und Paul waren ganz mutig. Sie setzten das Tierchen mit
langem Schwanz auf ihre Schulter und ließen es an ihrem Körper herumkrabbeln. Andere Schüler der Gemeinschaftshauptschule
waren da eher zurückhaltend. Auf dem Schoß war es jedoch für die meisten okay. Das gleiche galt fürs Frettchen. Später
kamen noch exotische Tiere wie Schlangen, Echsen und Wasserschildkröten hinzu. Auch hier waren die Reaktionen
unterschiedlich. Je länger die Kinder jedoch mit den Tieren zusammen waren, um so mutiger wurden einige. So stellten sie
unter anderem fest, dass auch Echsen zum Streicheln einladen. "Am Bauch sind die ganz weich."

Unterricht einmal anders: Paul mit
dem 14 Wochen alten Welpen Lola